Unser Dank für weniger Steuern - neue Impulse
Nach langen Verhandlungen bis zum 18. Dezember 2009 wurde doch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz (nicht alles wird Billigergesetz) der Bundesregierung im Bundesrat verabaschiedet. Neben der Erhöhung des Kindergeldes wurde auch beschlossen dass der Mehrwertsteuersatz im Gastgewerbe für die Übernachtungsgeber auf 7 Prozent gesenkt wird.
Zunächst sei gesagt: Wir freuen uns sehr über diese staatliche Entlastung, welche genauer betrachtet den Ausgleich einer ungerechten innereuropäischen Konkurenzsituation darstellt (21 der 27 Nachbarstaaten haben einen verminderten Hotel-Steuersatz).
Wir freuen uns aber auch, weil es uns nun möglich ist, Investitionen früher durchzuführen und Servicebereiche zu erweitern.
So haben wir einen Gästeempfangbereich vom Nachbarschreiner bauen lassen und unsere Gaststube neu möbeliert. Aber auch der Servicebereiche stehen auf dem Programm: wie Klassifiezierungen zu einen 3 Sterne Gasthof, wir haben 2010 uns schon zu einem Fahrradfreundlich, Kinderfreundlich und Behinderten gerechtem Haus qualifiziert. Wir Manuela und Daniel Haagen haben auch die Ausbildung zum Qualitäts-Coach für das Programm "ServiceQualität Deutschland - in Bayern" erfolgreich absolviert.
Nur weniger Steuern machtens - machen's möglich!
Jetzt noch eins an unsere Presse und Wirtschaftsweisen: Ich würde mir schon etwas mehr „Fair play“ zum Wohle unserer deutschen Wirtschaft wünschen. Mit 7 Prozent ist definitiv mehr drin: mehr Wachstum, mehr Investitionen, mehr Qualität, mehr Arbeitsplätze, unsere Gäste profitieren davon und wir könnten auch preiswertere Produkte anbieten. Wer von Geschenken spricht sollte diese einmalige Gelegenheit nutzen und einen der zahlreichen leerstehenden Hotel und Gastronomiebetrieb übernehmen. Ich freue mich auf einen Wettbewerb mit denen.
Sieben gute Gründe für die Senkung der Mehrwertsteuer für Übernachtungen
1. Die Hotellerie steht fest zum Standort Deutschland.
Die Hotellerie ist eine besonders beschäftigungsintensive Branche, die 340.000 Menschen, auch weniger Qualifizierten, die Chance auf Arbeit bietet. Die Hoteliers verlagern ihre Betriebe nicht ins Ausland, sie zahlen hier ihre Steuern. Die Mehrwertsteuersenkung sichert zehntausende akut gefährdete Jobs und schafft neue Arbeits- und Ausbildungsplätze in einer Branche, die 2009 eine Milliarde Euro Umsatz verloren hat – und in keinem Konjunkturpaket berücksichtigt wurde.
2. Die Beherbergungsbranche in Deutschland ist nicht nur mittelständisch, sondern weitgehend kleinbetrieblich strukturiert.
Zwei Drittel der Beherbergungsbetriebe bieten weniger als 20 Zimmer an. Gerade einmal vier Prozent aller Betriebe haben 100 und mehr Zimmer. Von den 37.000 Hotels machen 11.000 weniger als 100.000 Euro Umsatz im Jahr. 76 Prozent der Hotels bleiben unter 500.000 Euro. Der Gewinn nach Steuern liegt in dieser Gruppe bei 81.000 Euro, bei den Pachtbetrieben nur bei 72.000 Euro. Nur knapp 1.300 Betriebe gehören zu den TOP 50 Hotelgesellschaften. Dies entspricht lediglich 3,4 Prozent aller Hotelbetriebe.
3. Die reduzierte Mehrwertsteuer ist in Europa nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall.
In 21 von 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union galten bereits seit langem reduzierte Sätze für Übernachtungen. Nach Deutschland hat auch Lettland die Mehrwertsteuer für Hotels gesenkt.
Alle Anrainerstaaten mit Ausnahme Dänemarks (grundlegend anderes Steuer- und Abgabensystem) wenden seit Jahren den Niedrigsteuersatz für ihre Hotels an. Entlang der deutschen Grenze waren das 3.700 Kilometer Ungleichbehandlung. Alle touristischen Mitbewerber Deutschlands gewähren ihrer Hotellerie reduzierte Mehrwertsteuersätze: Schweiz (3,6%), Österreich (10%), Portugal (5%), Frankreich (5,5%), Spanien (8%) oder Niederlande (6%) – um nur einige zu nennen.
Die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes sorgt für die längst überfällige Steuergerechtigkeit in Europa.
4. Die Mehrwertsteuersenkung wirkt.
Die Hoteliers schaffen neue Jobs, investieren in Neuanschaffungen, Renovierungen, An- und Umbauten sowie in Mitarbeiterschulungen, erhöhen die Löhne und senken die Preise. Für die Gäste bedeutet das ein noch attraktiveres Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber auch das regionale Handwerk und die Zulieferer profitieren von der Mehrwertsteuersenkung. Ein echtes Konjunkturprogramm für die Wirtschaft in Deutschland.
5. Die Wettbewerbsfähigkeit der Hotellerie im internationalen Vergleich wird durch die Investition in ein noch besseres Preis-Leistungs-Verhältnis gestärkt.
Die Hotellerie ist eine internationale Branche. Die Häuser in Deutschland stehen in einem harten globalen Wettbewerb. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die Politik aufgefordert, alles zu tun, um den Tourismusstandort Deutschland mit seinem enormen Beschäftigungspotenzial zu fördern.
6. Die Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes im Gastgewerbe ist kein neues politisches Thema.
Bereits seit den neunziger Jahren hat sich die Politik damit intensiv auseinandergesetzt. Politiker aus allen Parteien und auf allen Ebenen haben sich aus Wettbewerbsgründen und zur Förderung einer besonders arbeitsintensiven Branche für die Senkung der Mehrwertsteuer für Hotellerie und Gastronomie ausgesprochen.
7. Investitionen setzen Planungssicherheit voraus.
Die anhaltende öffentliche Debatte um Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung, die populistischen Äußerungen von Politikern, auch aus den Reihen der Regierungsparteien, und die Diskussion um Einführung von kommunalen Bettensteuern konterkarieren die Ziele des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes. Sie richten erheblichen wirtschaftlichen Schaden an. Investitionsbereite Hoteliers, aber auch die finanzierenden Banken sind verunsichert. Die Unternehmer haben Angst, dass es nicht bei den verbesserten Rahmenbedingungen bleibt, und stellen Investitionen zurück.
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Der Holzwurm - Manuel Kuchler